Donnerstag, 25. Februar 2010

Lecker Hormone, Antibiotika, Cortison etc...


Heute war ich in der Apotheke. Keine Angst, ich hab nichts. Ich hatte nur meine Reiseapotheke ausgemistet und ein paar abgelaufene Sachen entdeckt, die ich mustergültig entsorgen wollte.
Also fragte ich die Apothekerin, ob ich ihr das einfach geben soll, oder wie das sonst so funktioniert. Sie guckte mich SEHR irritiert an und meinte, die Apotheke wäre doch keine Müllsammelstelle. Ich solle den Inhalt der Cremes ins Klo entleeren und die Verpackungen in den Recyclingmüll tun, mit den Pillen das gleiche.
Da wurde mir klar, warum das Wasser in São Paulo ein bisschen komisch schmeckt...



Bild von Sueddeutsche.de

Freitag, 29. Januar 2010

Der Carnaval rückt näher.. .

... und deswegen war ich gestern abend in einer Sambaschule (Pérola Negra), um mich mit Martina und ein paar Bekannten schon mal darauf einzustimmen. Bei diesen Proben, die lange vorm Carnaval wöchentlich (oder noch öfter) stattfinden findet sich die ganze Sambaschule und wer sonst noch Lust hat mitzumachen in der Halle der Sambaschule ein.
Es gibt eine Band, die, wie auf einer Art Empore, am einen Ende der Halle die berühmten Karnevalslieder schmettert. Darunter steht als erstes die "Bateria" der Sambaschule mit Blick zum Publikum, ihr wisst schon, die extrem lauten Trommler, die es auch an der Uni gibt und über die ich bereits ein paar Mal berichtet hab. Dann gibt es verschiedene Tanzgruppen: Die Baianas (eher ältere Frauen in weiten Röcken, die sich im Kreis drehend tanzen), die berühmten Sambatänzerinnen und noch einige andere.
Bei der Sambaschule wo wir waren, treffen sind Leute aus dem Viertel aller Altersgruppen und sozialer Schichten, gucken, wie die Bateria spielt und wie die ganzen Tänzer tanzen und tanzen natürlich auch selbst alle! Man kann auch gar nicht anders, wenn die Bateria erst einmal loslegt!
Außerdem gab es eine Ausstellung der ca. 10 "Fantasias" - Kostüme für das große Showlaufen der Sambaschulen in der Karnevalswoche im Sambódromo (Sambodrom, diese breite Straße mit Tribünen am Rand). Die sind wirklich gigantisch!!! Riesige bunte, schillernde, glitzernde, manche mit Flügeln oder irgendwelchen anderen raumgreifenden Konstuktionen bestückte Kostüme mit passenden, meistens riesigen Hüten und das ganze dreht sich dann auch noch um irgendein Thema (welches mir gestern aber noch nicht klar wurde...).
Und das beste ist, anstatt uns zum Carnaval auf so eine Tribüne zu setzen und zuzugucken, haben Martina und ich uns zwei großartige "Fantasias" gesichert um an Carnaval inmitten der Sambaschule, sozusagen als Teil des ganzen, durch den Sambodrom zu tanzen! Man wird natürlich nichts von uns erkennen, da wir in diesen gigantischen, fleischfressenden Pflanzen ähnelnden Kostümen stecken (und uns totschwitzen) werden.

Das hier ist das offizielle Lied von Pérola Negra:
http://www.youtube.com/watch?v=7qD97mudIZw

Ich halte euch auf dem laufenden! :-)

Mittwoch, 6. Januar 2010

Simpatia

Boa noite! - Guten Abend!
Nach langer Abwesenheit gibt's ab heute die News der Vergangenheit häppchenweise für euch!
Ich fange beim heutigen Erlebnis des Tages an:
Es ist der 6. Januar, also ziemlich kurz nach Neujahr, und diese Zeit wird in Brasilien von vielen Menschen dazu genutzt eine "Simpatia" (sprich: "Sim-pa-tschie-a") zu machen. Die jeweilige Form hängt vom Tag und Zweck ab. Generell handelt es sich dabei um ein Ritual an einem bestimmten Tag, bei dem man sich etwas bestimmtes für's neue Jahr wünscht, verhindert, dass einem etwas schlechtes passiert, man reich wird etc.

Der 6. Januar ist der Tag der "Granatapfel-Simpatia" und die geht so: Man kauft einen unendlich teuren Granatapfel und isst bewusst (wichtig!) 3 Kerne davon, wobei man an Dinge denkt, die man sich für das kommende Jahr wünscht. Dann schreibt man auf einen kleinen Zettel "Gaspar, Melchior, Baltazar" (Caspar, Melchior, Balthasar, ihr wisst schon, die heiligen drei Könige) und nimmt drei weitere Granatapfel-Kerne, die man fest in diesen Zettel einwickelt, wobei man weiter an Dinge denkt, die man sich wünscht. Und jetzt kommt der Knüller: Dieses Päckchen trägt man dann bis zum 6. Januar des nächsten Jahres in seiner Geldbörse mit sich herum.
Falls ich euch also irgendwann nach vergammeltem Granatapfel stinkendes Geld geben sollte, wundert euch nicht!

Noch etwas aus der ähnlichen Ecke... Weihnachten habe ich ein Perlenarmband geschenkt bekommen, dass ich erst an Silvester tragen sollte: Es besteht aus ganz vielen "dritten Augen" (ihr wisst schon, hellblau, große weiße Kreise, mit kleinen dunkelblauen Kugeln drin) und einer winzigen Chili-Schote aus Glas. Beides ist anscheinend dafür gut, Unheil von mir fernzuhalten. Über die Glücksdurchlässigkeit konnte ich nichts in Erfahrung bringen - aber es sieht ganz hübsch aus!

Und noch ein Häppchen! Heute war ich bei einer brasilianischen Freundin und ihrer Familie zu Besuch. Als ich ankam, stellte ich meine Umhängetasche in einer Ecke auf den Boden, wo sie einige Zeit vor sich hinstand. Als sich die Mama von meiner Freundin der Tasche näherte, guckte sie erst entsetzt die Tasche und dann mich an, und stellte sie sehr schnell auf's Sofa. In dem Moment wurde mir schon klar, welchen Fauxpas ich begangen hatte: Man darf unter keinen Umständen eine Handtasche oder ähnliches auf den Boden legen!!!
Lasst euch das gesagt sein; das ist wirklich ein schlimmer Fehler! Und zwar nicht, weil es der Mama beim Wischen auf den Geist geht, sondern weil ihr dann arm werden! Ja, arm, wirklich!
Mir wurde dadurch heute auch so einiges klar.... Ihr müsst wissen, ich stelle meine Tasche IMMER auf den Boden, weil dann nichts runterfallen kann, wenn es rausfällt. Das wäre ja auch wesentlich schlimmer.